Partnerschaft Ruderverein Rheinsberg und Ruderverein Lüdinghausen
Zwei Beiträge unseres Partnervereins
Wie alles begann:
Januar 1990 (in Lüdinghausen)
Anfang Januar 1990 informierte ein Verwaltungsangestellter der Gemeinde
Nordkirchen den damaligen 1. Vorsitzenden Rolf Ommen, dass der Ruderverein
Dynamo Rheinsberg gerne Kontakt mit einem Ruderverein aufnehmen möchte. Dieser
Wunsch wurde nach kurzer interner Diskussion im Verein gerne aufgenommen.
Januar – Februar 1990 (in Lüdinghausen)
In den darauf folgenden Wochen wurde mehrmals mit Eberhard Nusch telefoniert.
Für westdeutsche Verhältnisse war jedes Telefonat wegen der noch notwendigen
Anmelde- und Warteprozeduren ein echtes Erlebnis. Daraus war die Erkenntnis
gewonnen, dass nur eine „persönliche“ Kontaktaufnahme hilfreich sein kann. Es
wurde daher beschlossen, nach Rheinsberg zu fahren.
03.03.1990
Am 03.03.1990 machten sich nach Rheinsberg auf den Weg:
- Rolf Ommen, 1. Vorsitzender
- Stephan Bartsch, 2. Vorsitzender
- Hans Lenfers, Bootswart
Es ging per Autobahn über den Grenzübergang Zarrentin gen Rheinsberg. Bei
Ludwigslust wurde die Autobahn verlassen und Rheinsberg „über Land“ angesteuert.
Interessante Eindrücke! Gegen Mittag eintreffen in Rheinsberg beim Ruderverein.
Begrüßung durch Eberhard Nusch, Wolfgang Scharf und ….?
03.03.1990 (Eindrücke aus Lüdinghauser Sicht)
Es mögen zwar die politischen Verhältnisse sehr unterschiedlich sein, die
vereinstypischen Probleme sind gleich. Beide Vereine lebten und leben vom
ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Bei beiden Vereinen wachsen die Bäumeinsbesondere
wegen der finanziellen Lage nicht in den Himmel. Nur mit
Beharrlichkeit, Kreativität und Einbindung möglichst vieler Mitglieder kann die
jeweilige Vereinsentwicklung positiv vorangetrieben werden.
Die Gesprächsatmosphäre war sehr gut, nach kurzer Zweit waren alle
Reserviertheiten überwunden. Am Ende konnte konstatiert werden, dass hier die
Basis für eine offene und freundschaftliche Partnerschaft gelegt wurde.
Nach dem Besuch (in Lüdershausen)Information der Mitglieder über den Besuch, insbesondere auch über die herzliche
Aufnahme. Initiierung, Organisation und Durchführung von Besuchen und
Gegenbesuchen in der nachfolgenden Zeit.
Lüdinghausener in Rheinsberg
Auszug aus der Vereinszeitschrift 2/1990 des RVLH
Tag der Deutschen Einheit – schöne Bescherung. Es stand fest! Diesen Tag werden
wir mit den Rheinsbergern verleben. Zumal sollte doch in Rheinsberg das erste 1000-
km Rudern an diesem „geschichtsträchtigen“ Tag stattfinden.
Reklame gemacht! Ergebnis: Hans und ich fahren (alleine).
Frage: Was nimmt man mit???
Bei Homann’s – bei wirklich nur einigen Bieren - die Idee. Der RVLH stiftet einen
Pokal. Dieser wurde samt Urkunde besorgt.
Also am 02.10.1990 mittags los. Auch Alles eingepackt? Klar!!!
Abends, gut angekommen, haben wir uns gleich mit anderen Gästen des RV
Rheinsberg unter der Obhut von Eberhard Nusch über die letzte „DDR-Sau“
hergemacht. Es gab auch Bier etc.
Anderen Tags
früh aufgestanden; hier ist nicht der degenerierte Westen – nach dem Frühstück ab
10.00 Uhr Besichtigung des Rheinsberger Schlossparks unter fachkundiger Leitung.
Dann, 14.00 Uhr, ab zum Bootshaus, das 1000 km-Rudern beginnt. Sicher, ich hab
mir schon mal im Stillen überlegt, was sagste denn so vor den Rheinsbergern an
diesem Tag „03.10.1990“ und anlässlich der Pokalübergabe. Also Pokal und Urkunde
holen.
Gesagt – aber nicht getan. Die Urkunde war da, aber der Pokal? Wo ist das … Ding
geblieben???
Auf einmal war das Hochgefühl dahin. Was nun??? Es war nichts zu machen. Kein
Pokal – mithin keine Worte vor allen Rheinsberger Aktiven. Wie ein nasser Pudel zu
Erherhard Nusch geschlichen. Mehr verschämt gemurmelt: hab was vergessen! Aber
hier schon mal die Urkunde …. Und über meine Gefühle? Da schweigt des Sängers
Höflichkeit.
Das 1000-km-Rudern fand trotzdem gebührend statt. Ziel erreicht. Der Pokal gehört
den Rheinsbergern! Oder???
So wie sich die „DDR“ verabschiedete, begrüßte die nun größere BRD die
Rheinsberger. Die erste „BRD – Sau“ musste abends dran glauben. Die Fassung
kehrte nach und nach zurück.
Aber:
Der Besuch war für uns: auch ohne Pokalgeschichte – ein unvergessliches Erlebnis.
Den Rheinsberger Freunden hierfür herzliches Dank. Meinem Begleiter Hans gebührt
ebenfalls ein riesiges Dankeschön. Die Sorgen, die man so mit einem Vorsitzenden
hat!
Rolf Ommen
PS:
Am 4. abends in Lüdinghausen wohlbehalten angekommen,
empfing uns ein großes Gelächter. Der Pokal! Irgendjemand muss
ihn statt ins Auto auf das Auto gelegt haben. Der Rest ist eine
weitere Geschichte.
Nachtrag:
Der Pokal wurde dann 1991 den Rheinsbergern übergeben. Das
1000-km Rudern ist bis heute alljährlich durchgeführt worden. In
diesem partnerschaftlichen Wettstreit haben die Rheinsberger bis
auf eine Ausnahme immer die besseren Ergebnisse erzielt. Der
Pokal hat damit einen Stammplatz in Rheinsberg bekommen.
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